Oberrabnitz

Geschichte

Allgemein

Die Gemeinde Oberrabnitz im damaligen westungarischen Raum verfügte in ihrer Anfangszeit weder über eine eigene Kirche noch über eine eigene Pfarre, und zwar zu einer Zeit, in der der regelmäßige Besuch des Gottesdienstes für die Gläubigen als selbstverständliche Pflicht galt.

Als Filialgemeinde waren die Bewohner daher über lange Zeit gezwungen, weite Strecken zu Fuß zurückzulegen, um an einem Gottesdienst teilzunehmen. In erster Linie besuchten sie dafür ihre Mutterkirche, der sie auch beitragspflichtig unterstanden. Nicht selten führte ihr Weg jedoch über die nahe Grenze ins benachbarte Österreich, um dort am kirchlichen Leben teilzunehmen.

Das Streben nach kirchlicher Eigenständigkeit verfolgte die Ortsgemeinde daher mit großem Einsatz. Trotz der bescheidenen Mittel gelang es der Dorfbevölkerung, ihre erste Kirche weitgehend aus eigenen Mitteln zu errichten. Damit rückte die Kirche noch stärker in den Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft.

Einige Jahrzehnte später, während der josephinischen Reformzeit, wurde schließlich gemeinsam mit der Filialkirche Karl eine eigene Pfarre gegründet und erstmals ein eigener Seelsorger bestellt. Trotz der schwierigen Bedingungen, denen er sich stellen musste, war er bemüht, die Menschen in ihren Anliegen zu begleiten und zu unterstützen. Über Jahrzehnte trug der Seelsorger die oberste Verantwortung für die Bildung der Jugend und nahm gemeinsam mit dem Schulmeister eine bedeutende Stellung im gesellschaftlichen Leben des Dorfes ein.

Mit der Errichtung der eigenen Pfarre entstanden zugleich neue Aufgaben und Verpflichtungen. Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, musste ein Pfarrhaus gebaut und die mittlerweile baufällig gewordene Kirche neu errichtet werden. Durch gemeinsame Anstrengungen der Pfarr- und Filialgemeinde und mit entsprechender Unterstützung der Obrigkeit konnten diese Vorhaben schließlich verwirklicht werden.

Im Laufe der Zeit wurde die Dorfbevölkerung immer stärker in die Betreuung und Verwaltung ihrer kirchlichen Institutionen eingebunden. Waren es anfangs die Kirchenväter, die diese Verantwortung übernahmen, so ging sie später auf gewählte kirchliche Gremien über. Heute wird diese Aufgabe vom Pfarrgemeinderat wahrgenommen, der gemeinsam mit dem Pfarrvikar und dem Pfarrer als Vorsitzendem Verantwortung für das kirchliche Leben trägt.

Seit seiner Einführung sieht es der auf freiwilliger Basis gewählte Pfarrgemeinderat als seine Aufgabe an, die kirchlichen Gebäude zu erhalten, notwendige Erneuerungen durchzuführen und den kirchlichen Jahreskreis im Dorf lebendig zu gestalten. Damit führt er eine Aufgabe fort, die lange Zeit von zahlreichen Bewohnern des Ortes getragen wurde.

Im Jahr 1788 trat der erste eigene Seelsorger seinen Dienst in Oberrabnitz an. Rund zweihundert Jahre später, im Jahr 1989, verließ der letzte ortsansässige Seelsorger altersbedingt das Dorf. Der gegen Ende des 20. Jahrhunderts zunehmende Priestermangel stellte auch die Diözesen vor neue Herausforderungen, da immer weniger Pfarren mit einem eigenen Priester besetzt werden konnten. Gesellschaftlicher und demografischer Wandel sowie Veränderungen innerhalb der Kirche werden als Ursachen dafür genannt. Um auch in kleineren Pfarren wie Oberrabnitz weiterhin die seelsorgliche Betreuung und die notwendigen kirchlichen Dienste aufrechtzuerhalten, wurden mehrere Pfarren zu Pfarrverbänden zusammengeschlossen.

Dass die Gemeinde Oberrabnitz heute über eine sehenswerte Kirche und einen Pfarrhof verfügt, der nicht nur kirchlichen Zwecken dient, sondern auch dem gesellschaftlichen Leben Raum bietet, ist dem freiwilligen Engagement vieler Generationen zu verdanken. Immer wieder fanden sich Menschen, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und sich mit ihrer Arbeitskraft den jeweiligen Herausforderungen ihrer Zeit zu stellen.

Geschichtliche Entwicklung

König Stephan der Heilige gründete um das Jahr 1000 die beiden Erzdiözesen Esztergom (Gran) und Kalocsa sowie die acht Diözesen Györ (Raab), Veszprém, Pécs (Fünfkirchen), Eger (Erlau), Vác (Waitzen), Csanád, Bihar und Erdély.

Doch schon vor dem 1. Jahrtausend gibt es Belege für christliches Leben auf unserem Gebiet. So nahm im Jahr 359 der Bischof von Steinamanger, Episcopus Sabariensis, an der Synode von Rimini teil; Bischof Virgil von Ödenburg war im Jahr 579 bei der Synode von Grado anwesend.

König Stephan verlangte, dass jeweils zehn Ortschaften gemeinsam eine Kirche errichten sollten – die sogenannten „Stephanspfarren“.

Bereits im 11. Jahrhundert wurde die Diözese in folgende Komitate eingeteilt: Györ (Raab), Komárom (Komorn), Sopron (Ödenburg), Locsmánd (Lutzmannsburg), Moson (Wieselburg) und Vasár (Eisenburg).

Die ersten kanonischen Visitationen der Diözese Raab sind aus dem 17. Jahrhundert überliefert. Zu dieser Zeit war die Diözese in folgende Archidiakonate eingeteilt: Moson (Wieselburg), Sopron (Ödenburg), Locsmánd (Lutzmannsbur), Rábaköz (Raabau), Szekesegyház (Domkirche), Pápa (Papa) und Vasár (Eisenburg).[1]

Das Archidiakonat Lutzmannsburg wurde erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt, dürfte jedoch bereits zur Zeit der Gründung der Diözese Raab im Jahr 1009 errichtet worden sein und sich aus dem Komitat Lutzmannsburg herausgebildet haben (1647–1674). Es umfasste das gesamte Gebiet des heutigen mittleren Burgenlandes und reichte – innerhalb des heutigen Gebiets – bis nach Kapuvár. Die Aufteilung erfolgte zwischen den kanonischen Visitationen 1674 und 1697/98.

Nachstehende Dekanate gehörten zum Archidiakonat Lutzmannsburg:

Lutzmannsburg ober (1696–1778)
Lutzmannsburg unter (1697–1778)
Lutzmannsburg ober 1 und 2 (1778–1807)
Lutzmannsburg unter 1 und 2 (1778–1807)
Lutzmannsburg (1808–1922)
Markt St. Martin (1808–1922)
Csepreg (1808–1935 bzw. 1956)
(Fertö) Széplak (1808–1935)
Deutschkreutz (1872–1922)
Lövő (1922–1935 bzw. 1956)[2]

Die Dekanatszugehörigkeit der Pfarre Oberrabnitz war somit:

Lutzmannsburg (1647–1674) als Filialpfarre von Unterrabnitz
Lutzmannsburg ober (1697–1778) als Filialpfarre von Unterrabnitz
Lutzmannsburg ober (1) (1782–1787) als Filialpfarre von Unterrabnitz
Lutzmannsburg ober (1) (1788–1797) als eigene Pfarre
Lutzmannsburg ober 1 (1801–1807) als eigene Pfarre
Markt St. Martin (1808–1929) als eigene Pfarre
Steinberg a. d. R. (1930–1973) als eigene Pfarre[3]

Ungarische Kirche – Kirchschlager Johanneskirche

Mitte des 15. Jahrhunderts besaßen die Pottendorfer nicht nur die Herrschaft Kirchschlag, sondern waren auch Pfandinhaber von Teilen der benachbarten ungarischen Dörfer Pilgersdorf, Oberrabnitz, Unterrabnitz sowie Schwendgraben. In dieser Zeit besuchten viele Bewohner aus Oberrabnitz die Sonntagsmesse in der Kirche von Kirchschlag[4]

Das an der Nordseite der Kirche von Kirchschlag angebaute Seitenschiff, das als ungarische Kirche bezeichnet wird, dürfte auf die Besetzung Kirchschlags ab dem Jahr 1488 durch den ungarischen König Matthias Corvinus zurückgehen. Es wird vermutet, dass Corvinus diese Vergrößerung des Kirchenbaues veranlasste, damit seine ungarischen Landsleute – die nach alter Gewohnheit aus den benachbarten ungarischen Dörfern sonntags zum Gottesdienst nach Kirchschlag kamen – neben der einheimischen Bevölkerung genügend Platz fanden.[5]

Abb. 1: Seitenschiff der Kirchschlager Kirche; Quelle: PA Fraller, Oberrabnitz, Privatarchivalien

Mutterkirche – Pfarre Unterrabnitz

Vom Mittelalter bis zur Gründung der Pfarre Oberrabnitz-Karl im Jahr 1788 gehörte Oberrabnitz zur Pfarre Unterrabnitz und Karl zur Pfarre Draßmarkt. Taufen und Trauungen der Oberrabnitzer fanden in der Pfarrkirche von Unterrabnitz statt; Beerdigungen erfolgten auf dem dortigen Friedhof.

Den feierlichen Messen an den Sonn- und Feiertagen konnte die Oberrabnitzer Bevölkerung somit nur nach einem eineinhalbstündigen Fußmarsch in der Kirche von Unterrabnitz beiwohnen. Der sogenannte Kirchenweg führte vom Ortsende von Oberrabnitz – dort, wo sich heute der Friedhof befindet – entlang des Rabnitzufers auf der Seite des Lauberges über den Schwendgrabener Hotter nach Unterrabnitz.

Visitation 1663

Die kanonische Visitation aus dem Jahr 1663 berichtet, dass die Kirche in Unterrabnitz den Heiligen Petrus und Paulus geweiht und von einem schönen Friedhof mit angeschlossenem Totenhaus umgeben war. Sie verfügte über einen steinernen Turm mit zwei Glocken sowie drei Altäre. Der Ort selbst stand im Besitz des berühmten Grafen Paul Esterházy und des Herrn Adamus Cziraki.

Die Kirche verfügte über sechs Hektar Ackerland sowie über eine Wiese, die zwei Fuhren Heu einbrachte. Dieses Heu wurde nach altem Brauch vom Kirchendiener entgegengenommen, der der Kirche dafür zwei Gulden hinterlegte. Die Felder der Kirche wurden jedoch nicht von ihr selbst bewirtschaftet, sondern von Ortsansässigen gepachtet – aufgrund der harten und häufigen Arbeit, die ihnen der hohe Herr Adam Cziráki auferlegt hatte. Ansonsten verfügte die Kirche über kein regelmäßiges Einkommen, abgesehen von dem, was die Frömmigkeit der Gläubigen ihr zukommen ließ.

Der Priester Eugene Primo vom Orden der Karmeliter wohnte zu dieser Zeit vor Ort, war jedoch noch nicht offiziell eingesetzt, obwohl er bereits Zeugnisbriefe seines Provinzials vorgelegt hatte. Der Ort zählte 653 Seelen, allesamt fromme und eifrige Katholiken. Sie waren ihrem Pfarrer in allem ohne Klage gehorsam. Zur Pfarre gehörten außerdem zwei Filialgemeinden ohne eigene Kirche – Svengrabn (Schwendgraben) und Fölsö Ramotz (Oberrabnitz), zwei Dörfer im Besitz des berühmten Grafen Paul Esterházy.[6]

Visitation 1674

In der kanonischen Visitation des Jahres 1674 wird beschrieben, dass die auf einem hohen Hügel über dem Dorf gelegene Kirche vom 30-jährigen Pfarrer Andreas Gerdinicz, einem Kroaten aus Cziglesz, verwaltet wurde.

Die Dorfbevölkerung war mit ihrem Herrn Pfarrer im Großen und Ganzen zufrieden – abgesehen davon, dass sich dieser an Sonn- und Feiertagen häufig zum Schloss begab, um dort mit dem erhabenen Moses Cziráky, dem Besitzer des Gutes Unterrabnitz, zu speisen.

Darüber hinaus unterstanden der Kirche zwei Filialen: Die erste war „Superior Raunicz“ (Oberrabnitz), die zweite „Svengrom“ (Schwendgraben). Das Pfarrhaus war ein Holzbau mit kleinem Garten, einem Obstgarten, einer Scheune und zwei Ställen, deren Errichtung der Gemeinde auf Kosten der Kirche oblag. Die Gemeindemitglieder waren allesamt Deutsche und fromme, pflichtbewusste Katholiken.[7]

Visitation 1697

Laut der Visitation am 17. September 1697 stand die Kirche auf einem mittelgroßen Hügel und war von Seiner Durchlaucht und der Prächtigen Frau Czirakia errichtet worden. Sie war den heiligen Aposteln Petrus und Paulus geweiht; das Patrozinium wurde am Fest der Heiligen gefeiert, die Weihe jedoch am ersten Sonntag vor dem Fest des Erzengels Michael vollzogen.

„Dieses Gotteshaus hat ein Heiligtum unter einem Bogen und eine Sakristei, der größte Teil besteht aus Holztafeln. Sie besitzt einen recht geräumigen hölzernen Chor. Die Kirche ist ziemlich schön und geräumig mit drei Altären, von denen keiner geweiht ist. Der Friedhof ist neu und gut umgeben. Die Taufkapelle ist aus Holz. Es gibt einen hohen steinernen Turm mit zwei gesegneten Glocken.“

Pfarrer der Gemeinde war der hochwürdige Herr Michael Rudnich, ein 37-jähriger Theologe ruthenischer Herkunft. Er wohnte in einem alten Pfarrhaus aus Holz mit Schindeldach, das über zwei Schlafzimmer, ein angrenzendes kleines Zimmer und eine durchaus zweckmäßige Scheune verfügte. Während seiner Amtszeit gab es seitens der Gemeindemitglieder keinerlei Beschwerden über den Pfarrer, sondern vielmehr Lob und Anerkennung für seine pflichtbewusste Amtsführung.

Die Kirche hatte zwei Filialgemeinden: Die erste war „Superior Ramocz“ (Oberrabnitz), die zweite „Svengrobn“ (Schwendgraben). Insgesamt trug der Pfarrer die seelsorgliche Verantwortung für 569 Personen – allesamt gläubige, katholische Deutsche von guter Gesinnung.[8]

Weg in die Eigenständigkeit

Bei der Erstellung eines Inventariums über die Kirche von Oberrabnitz im Jahr 1775 hielt der Unterrabnitzer Pfarrer Ladislaus Leidl fest…

„Als Erstens ist die Kirchen Anno 1731 nach Aussag des Richters, und der Gemeinde von ihren eigenen Unkösten totaliter erbauet worden“[…]

Allerdings dürfte es sich bei dieser 1731 erbauten „Kirche“ um einen hölzernen Glockenstuhl gehandelt haben. [9]

Abb. 2: Symbolfoto – Glockenstuhl; Quelle: PA Fraller, Oberrabnitz, Privatarchivalien

Dieser Glockenstuhl dürfte jedoch schon seit Jahren einsturzgefährdet gewesen sein. Um das für den Wiederaufbau nötige Holz einzusparen und damit die Leute bei schlechten Wetter und Hochwasser ihr Gebet an Sonn- und Feiertagen im Ort verrichten konnten – anstatt jedes Mal den eineinhalbstündigen Weg zur Pfarrkirche nach Unterrabnitz zu gehen –, beschloss die Gemeinde einstimmig, anstelle des Glockenstuhls eine Kirche zu bauen.

Bau der ersten Kirche im Jahr 1746

Im Jahr 1745 baten die Oberrabnitzer um einen Platz bei der Herrschaft für die Erbauung ihrer Kirche und ersuchten gleichzeitig um materielle Unterstützung. Herr Hofrat von Wacht erließ im Namen seiner hochfürstlichen Durchlaucht den Befehl, den Bau der Kirche zu genehmigen. Gleichzeitig ordnete er an, dass 125 Metzen Kalk und 4500 Mauerziegel geliefert werden. Für die Fertigstellung der Kirche fehlte jedoch noch Material und deshalb baten sie seine Durchlaucht demütig um weitere Unterstützung. [10]

„Die Oberrabnitzer Gemeinde hatte seit früherer Zeit einen Glockenstuhl, der schon seit Jahren zum zusammenfallen droht. Um das für den Wiederaufbau erforderliche Holz zu erspare und daß die alten Leute und die Jungen Winters Zeit bei einfallendem grausamen Wetter und Hochwasser ihr sonn- und feiertägliches Gebet im Ort verrichten können, da sie in ihre Pfarrkirche nach Unterrabnitz 6/4 Stunden zu gehen haben, hat die Gemeinde einhellig beschlossen, anstatt des Glockenstuhls eine Kirche zu erbauen. Daher sind sie um die Erlaubnis eingekommen und Herr Hofrat von Wacht hat am 1.April 1745 den Befehl seiner Hochfürstlichen Durchlaucht auf Zulassung diese Kirche zu erbauen dekretiert [angeordnet] und befohlen, die erbetenen 125 Mz Kalk und 4500 Mauerziegel auszufolgen. Ansonsten haben Sie diese Kirche soweit aufgebaut bis auf die benötigten Materialien, um die sie Ihro Durchlaucht demütigst angefleht haben. Actum Neckenmarkt, den 21. Marty 1746.“

Den Rentamtsrechnungen der Herrschaft Lackenbach über die im Jahr 1746 erfolgten Einnahmen vom Ritzinger Kalkofen sowie vom St. Martiner Ziegelofen ist zu entnehmen, dass den Oberrabnitzern zum Bau ihrer neuen Kirche 57 Metzen Kalk und 4500 Mauerziegel gratis ausgehändigt wurden. Im Jahr 1747 wurden weitere 2700 Ziegel um den Preis von 10 Gulden und 80 Kreuzer geliefert. [11]

Beschreibung und Ausstattung der ersten Kirche

Diese 1745 erbaute Kirche war vollständig mit einem Gewölbe versehen und besaß ein mit Schindeln gedecktes Dach. Der Chor war aus Holz, ebenso der Turm, in dem zwei Glocken hingen. Der Hauptaltar war dem heiligen Josef geweiht, daneben befand sich ein Seitenaltar zu Ehren der heiligen Anna. Zur Ausstattung gehörte außerdem eine aus Holz gefertigte, schwarz gestrichene Kanzel. Die kleine Sakristei war, wie das Kirchenschiff, mit einem Gewölbe überdeckt.

Die Requisiten und Ornaten bestanden aus: einem übergoldeten Kelch; eine übergoldete Monstranz; ein übergoldetes Ziborium; ein neues blaues Messkleid samt Zubehör und Seiden;  ein altes Messkleid von schwarzer Farbe; zwei Humeralia (Schultertuch); vier Tücher; ein Handtuch; eine alte und zwei neue Korporal Taschen; drei Balla (Palla); vier Purificatoria (Kelchtücher); ein Chorrock; ein weißer und ein roter Gürtel; zwei Messbücher; ein Evangelium Buch; ein Ritual; ein Glöckerl beim Altar; ein Weihbrunnkessel aus Kupfer; zwei zinnerne Opfer Kandeln samt Blättel; ein Messing Rauch Fass samt Schiff; zwölf hölzerne übersilberte Leuchter; ein Bahrtuch. [12]

Das Kirchlein wurde größtenteils durch die Wohltat der fürstlichen Herrschaft Esterházy errichtet und schließlich durch die geistliche Obrigkeit, Herrn Vize Erzpriester Adam Sigl aus Deutschkreutz, eingeweiht.

Einvernehmliche Gottesdienstregelung mit Mutterkirche

1748 ersuchte die Gemeinde in einem Schreiben an die hochfürstliche Herrschaft um die Erlaubnis, rund um das neu erbaute Kirchlein eine Friedhofsmauer errichten zu dürfen. Als Begründung wurde angeführt, dass – „im Falle des Todes eines alten Hauswirthen oder einer alten Hauswirthin“ – die Bestattung direkt auf dem Friedhof vor Ort erfolgen könne. Da das Dorf lediglich eine Filiale von Unterrabnitz war, haben die Beerdigungen in Unterrabnitz bei starkem Unwetter, Schnee oder Eis erhebliche Kosten verursacht. Zudem musste der Leichnam in solchen Fällen zwei bis drei Tage im Haus verbleiben.

Im selben Schreiben wurde erwähnt, dass die Gemeinde Oberrabnitz den in Unterrabnitz wohnhaften Pfarrer mehrfach höflich ersucht habe, an jedem dritten oder vierten Sonn- und Feiertag den Gottesdienst in ihrer Kirche in Oberrabnitz abzuhalten. Als Entlohnung bot man ihm das an, was auch in den umliegenden Dörfern üblich war. Der Pfarrer jedoch zeigte sich wenig kooperativ und lehnte das Ansinnen ab. Er vertrat die Ansicht,…

„[…] ein ander geistlicher kann thun, was ihme geföllig, er kann thun was er wolle.“

Die Oberrabnitzer versprachen, nach jeder Messe drei Vaterunser und drei Ave Maria für den fürstlichen Verwalter zu beten, wenn es ihm gelingen sollte, den Pfarrer umzustimmen. [13]

Im Beisein des Lackenbacher Verwalters einigten sich der Pfarrer sowie die Gemeinden Ober- und Unterrabnitz schließlich darauf, die Heilige Messe jeden vierten Sonntag sowie an den Festtagen des Heiligen Josef, Christi Himmelfahrt und der Heiligen Mutter Anna, ebenso wie an den Weihnachts-, Oster- und Pfingstfeiertagen – jeweils an einem Montag oder Dienstag – in der Kirche von Oberrabnitz abzuhalten. Für diese insgesamt 18 Gottesdienste pro Jahr hatten die Oberrabnitzer zusätzlich zu ihren übrigen Verpflichtungen einen Betrag von 10,- Gulden zu entrichten. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass der Pfarrer auch zur Bestattung Verstorbener nach Oberrabnitz kommen solle und dafür pro Begräbnis 10 Kreuzer erhalten solle. [14]

Zu den übrigen Pflichten gehörte auch, dass die Gemeinden Unterrabnitz und Schwendgraben acht Klafter Holz aus dem herrschaftlichen Wald und die Gemeinde Oberrabnitz vier Klafter Holz dem geistlichen Herrn nach Unterrabnitz in Robot zu hacken und zu führen hatten. [15]

Vertragliche Gottesdienstregelung mit Mutterkirche

Nach wenigen Jahren wandte sich die Gemeinde Oberrabnitz mit einer Beschwerde an die fürstliche Durchlaucht. Der Pfarrer halte sich nicht an die damals getroffene Vereinbarung, und auch wiederholte Anpassungen oder Nachverhandlungen hätten keine Besserung gebracht. [16]

Erst im Jahr 1755 konnte schließlich in einem Fünf-Punkte-Vertrag – im Beisein des Pfarrers von Unterrabnitz, Ladislaus Leidl, und der Gemeinde Oberrabnitz – die Regelung der Feiertagsgottesdienste schriftlich festgehalten werden.

„1. An nachfolgenden Festtage: Oster, Pfingsten, Weihnachten, Christi Himmelfahrt, Fest des Heiligen Nährvaters Josephi und dem Fest der Maria Heimsuchung – zusammen sind also sechs heilige Messen in dem zu Oberrabnitz neu erbauten Kirchlein zu halten. Das sonst gehaltene Patrozinium ist hier mitinbegriffen.

2. Die Oberrabnitzer müssen für das halten dieser Messen nichts bezahlen, verpflichten sich aber an den genannten Tagen den Herrn Pfarrer auf ihre Kosten mit einer eigenen Fuhr von Unterrabnitz abholen zu lassen.

3. Dass die Oberrabnitz weiter hin ihren Beitrag an die Mutterkirche Unterrabnitz zu zahlen haben. Sollte der Fall eintreten, dass die Oberrabnitzer Kirche über kurz oder lang einer Reparatur oder sonstiger Geldhilfe bedürftige werde, die Mutterkirche nichts dazu beizusteuern hat, sondern es die Oberrabnitzer aus eigenen Mittel zu bestreiten haben.

4. Die Parteien – Oberrabnitz wie auch Unterrabnitz – werden dazu ermahnt, ihrem Herrn Pfarrer und Seelsorger die schuldige Robot weiterhin zu leisten, widrigenfalls mit schärfster Exekution zu rechnen haben.

5. Das schließlich wegen der zwischen beiden Parteien vorgefallenen Uneinigkeiten denen Gemeinden dadurch viele Unkosten entstanden sind wird empfohlen, dass sich künftig kein Teil über diese Vereinbarung Beschwerden solle, im widrigen Fall der Übertretende mit 12 Gulden Strafe belegt werden solle, welche der Unterrabnitzer Mutterkirche als Eigentum zufallen werde.“

Unterzeichner der Gemeinde waren: Jacobus Grubeschitz, Inkeyischer Offizier; Michael Winhofer, Richter in Unterrabnitz; Ladislaus Leidl, Pfarrer in Unterrabnitz; Mathias Pfneisl, Richter in Oberrabnitz. [17]

Abb. 3: Auszug aus dem Fünf Punkte Vertrag im Jahr 1775 über die Regelung der Feiertagsgottesdienste; Quelle: BLA, Mikrofilmsammlung (A/XXVI), MF 492: Familienarchiv Esterházy MOL/P 150, Fasz. 189 (1775)

Wiese, Patronatsrecht

Im Jahr 1760 reichte die Gemeinde beim Verwaltungsamt Lackenbach ein Gesuch ein, in dem sie beantragte, ein Stück ihrer Viehweide der Kirche als Wiese zu überlassen. Aus deren Ertrag sollten nach und nach die Schulden, die durch den Kirchenbau entstanden waren, abgetragen werden.

In der darauffolgenden Antwort wurde jedoch festgehalten, dass die Übertragung nicht an die Kirche, sondern als Gemeingrund erfolgen solle. Außerdem wurde bestimmt, dass bis auf weitere Verordnung ein jährlicher Grunddienst von fünf Denar zu entrichten sei. [18]

In einer Konskription der Kirche Unterrabnitz mit ihren zugehörigen Filialkirchen Schwendgraben und Oberrabnitz wurde im Mai 1766 festgehalten, dass die Kirche in Oberrabnitz im Jahr 1745 – teils durch die Wohltat des Grundherrn, teils auf Kosten der Gemeinde – neu erbaut wurde und dem heiligen Joseph geweiht ist. Die Kirche ist aus Stein erbaut, mit einem Gewölbe versehen, bedarf keiner weiteren Reparatur und ist mit den notwendigen liturgischen Gerätschaften einigermaßen ausgestattet. Das Patronatsrecht besitzt der erlauchte Fürst Nikolaus Eszterházy von Galántha. [19]

Bestreben um Eigene Pfarre Oberrabnitz-Karl

Mittlerweile bemühte sich auch die fürstliche Herrschaft Esterházy verstärkt um jene Gemeinden, die weder über eine eigene Kirche noch über eine Pfarre verfügten und deren nächste Pfarrkirche weit entfernt lag. Man war bestrebt, den Bau von Kirchen sowie die Stiftung einer Pfarre und die Anstellung eines Schulmeisters zu fördern. In einem im Jahr 1772 verfassten Zirkularschreiben an die Verwalter ihrer Herrschaften heißt es:

„von solchen Gemeinden an denen Sonn und Feyertägen wegen der Entlegenheit keine Hl. Meß hören oder in kranckheiten mit deren geistlichen Mitteln nicht versehen werden können, eine Kirche erbauen und einen Pfahrer, und einen Schulmeister stiften, ohne dass dieses der Gemeinde eines solchen Orths zur Last, bis auf die etwann zu seiner Zeith erforderliche Zug und Hand Robothen fallen werde. Wann also in dieser oder jener fürstl. Herrschaft sich eine solche Gemeinde befindet, so ist gleich nach Empfang dieses mir anhero zu berichten […]“ [20]

Im Dezember 1774 ersuchten die Gemeinden Oberrabnitz und Karl, von ihren bisherigen Pfarren getrennt zu werden und eine eigene Pfarre zu erhalten. Aus der beigefügten Spezifikation geht jedoch hervor, dass die von ihnen für den Unterhalt der neuen Pfarre zugesagten Mittel nicht ausreichten. Daher waren noch weitere Fragen zu klären:

1. Was die Mutterpfarren Draßmarkt (für Karl) und Unterrabnitz (für Oberrabnitz) dazu sagen würden?

2. Welche Einbußen die Mutterpfarren hinsichtlich ihrer Subsistenz erleiden würden und wer ihnen diese Verluste ersetzen sollte?

3. Woher die Gemeinden Oberrabnitz und Karl die fehlenden Mittel aufbringen würden, welche jährlichen Einnahmen ihnen zur Verfügung stünden und wer für die kanonische Unterhaltung eines Pfarrers aufkommen sollte?

4. Sollte die vorgesehene Subsistenz als ausreichend erachtet werden, müsse eine entsprechende Spezifikation erstellt und von beiden Gemeinden eigenhändig mit Siegel unterzeichnet werden.

5. In welchem baulichen Zustand sich die beiden Filialkirchen Oberrabnitz und Karl befanden, ob sie über das notwendige Inventar verfügten und woher die Mittel für etwaige Reparaturen oder Neuanschaffungen genommen werden sollten?

6. Ob bei der einen oder der anderen Kirche ausreichend Platz für den Bau eines Pfarrhofes vorhanden sei, mit welchen Kosten die beiden Ortschaften dabei zu rechnen hätten und ob sie in der Lage wären, diesen dauerhaft in gutem baulichen Zustand zu erhalten? [21]

Im Jänner 1775 äußerte sich der Pfarrer von Unterrabnitz zu diesem Vorhaben:

„Wenn ich auf die Einkünfte der Oberrabnitzer verzichten würde, könnte ich mit Unterrabnitz und Schwendgraben nicht bestehen. Somit kann ich mir von meiner Filiale Oberrabnitz nicht das Geringste entziehen lassen und erwarte, was die geistliche und weltliche Obrigkeit dazu spricht.“[22]

Bestandsaufnahme der beiden Kirchen

Da die Gemeinde Karl zur Herrschaft Lockenhaus und die Gemeinde Oberrabnitz zur Herrschaft Lackenbach gehörte, musste dieses Anliegen von beiden Herrschaften gemeinsam geprüft und erörtert werden. Als erster Schritt wurde in den beiden Kirchen – Oberrabnitz und Karl – eine Bestandsaufnahme durchgeführt. In Oberrabnitz erfolgte diese durch den Pfarrer von Unterrabnitz, Ladislaus Leidl, gemeinsam mit dem Verwalter der Herrschaft Lackenbach; in Karl nahm der Pfarrer von Draßmarkt, Laurentius Hertzog, die Aufnahme gemeinsam mit dem Verwalter der Herrschaft Lockenhaus vor.  

Kirche Oberrabnitz: „[…] als Erstens ist die Kirchen Anno 1731 nach Aussag des Richters, und der Gemeinde von ihren eigenen Unkösten totaliter erbauet worden [Glockenstuhl], die Kirche [erbaut 1746] ist völlig gewölbt, mit einen höltzenen Chor versehen, hat einen höltzenen Thurm mit zwey Glocken, doch das Dach in der runde, wie auch das Kirchen Dach mit Schindeln gedecket, das Kirchendach mus aber dermahlen ( da es schon sehr alt) völlig neu gedecket werden. Die Kirchen ist dem Heil. Joseph zu Ehren gewidmet, wie es der Hoch Altar weiset, dann hat einen Seithen Altar zu Ehren der Heil. Anna, auch ist eine höltzerne schwarz angestrichene Kanzel, die Sacristey ist eben gewölbet, aber sehr klein.“ [23]

Kirche Karl: „Die Kürchen liget ausser des Orths, ist von Steinern schlecht gemauert, inwendig mit Stockothor, ein Kohr von Holtz gemacht, darauf ein Orgl mit 4 Register, ein Thurm auf der Kürchen; darinnen aber kein Glocken hanget; die weilen der Thurm von Holtz schlecht gemacht, und ist zum zusam fallen, in Freüd-Hof stehet ein aufgerichter höltzerner Glockhen Stuhl, worauf 2 kleine Glöckl hangen, die Sailler werden aber von der Kürchen geschaft, und die nöthigen Mauer Ziegl zum Thurm seynd von S. hochfürstlichen Durchlaucht gratis ausgefolget; auch auf das behörige Orth abgeführet worden. Weiters hat diese obbemelte Kürchen 3 Altar, in dem Hoch Altar ist die Heilige Katharina, welche jährlichen celebriret wird, in dem ersten seithen Altar ist das Crucifix, in dem anderen die Vermehlung Maria, darbey eine gemeine Kanzl, ein klein Messingene Lampel, ein Kasten alwo die Mess Gleider, und andere Zugehörungen aufgehoben werden, dabey ist eine gewölbte Sacristey, in der Kürchen seynd auch Stüehl vor Männer und Weiber ungelest [getrennt], dann 6 höltzerne von Bildt-Hauer Arbeith ausgegeschnitzelt – übersilberte Leichter […]“ [24]

Nachdem das Anliegen der Oberrabnitzer, eine eigene Pfarre zu erhalten, gemeinsam mit den Verwaltern der Herrschaften Lackenbach und Lockenhaus geprüft worden war, konnten die im Dezember 1774 aufgeworfenen Fragen wie folgt beantwortet werden:

Ad 1. Die Gemeinde Unterrabnitz erwiderte, dass sie sich ohne die Unterstützung der Gemeinde Oberrabnitz keinen eigenen Pfarrer leisten könne und auch nicht bereit sei, den dadurch entfallenden finanziellen Beitrag der Oberrabnitzer zu ersetzen.

„So erwidert hierauf die gantze Unter Rabnitzer Gemeynde, das sie solches keines Wegs auf sich nehmen, und vor die Ober Rabnitzer dissfahls nicht das Mindeste zu  bezahlen einwilligen können. Zumahlen es uns sehr schwehr fahllen thätte, in einer  so alten einrichtung eine abänderung zu machen. Und im fahl es geschehen solte, das Ober Rabnitz von diser Pfarr abgesondert werden sollte, so wären wür Unter Rabnitzer völlig außer Stande, für uns allein, einen Pfarrer zu unter halten.

Sigl: Unter Rabnitz den 8ten Jannuary 1775; Paul Maschler, Inkischer Richter; Victor Posch, Fürstlicher Richter; Michael Haspel, Gerichts Geschworner“ [25]

Die Gemeinde Draßmarkt erklärte, dass sie mit der Absonderung der Filialkirche Karl einverstanden sei und auch für den dadurch entfallenden finanziellen Beitrag aufkommen werde.

„Wür, Richter und Geschwornen samt einer gantzen Nachbarschaft! Urkundten, und bekennen, dass beyseyts des Herrn Pfarrer, und  Bewilligung einer gantzen Ehrsamen Gemeinden, weegen hinkünftl. des Orths Filial Carl, einen anderen Pfarrherrn bekommen sollten, welches uns sehr Lieb währe; So ist Solches, weegen Verliehrung des Gottesdienst ausgesprochen worden, was der Orth Carl gebe, die alhiesige Gemeinde verobligieret, und solches versprochen habe.

Sigl. Drässenmarkh dem 31. Jänner 775; Mathias Schwaizer – Markh Richter; Andere Kremsner – Geschworner […]“ [26]

Ad 2. Draßmarkt verpflichtete sich, dem Herrn Pfarrer den Ausfall zu ersetzen, der ihm durch die Absonderung der Filiale Karl entstehen würde. Unterrabnitz hingegen konnte keine Verpflichtung übernehmen, da die Gemeinde mit der Filiale Schwendgraben außerstande sei, einen Pfarrer allein zu erhalten.

Ad 3. Aus der beiliegenden Konskription geht hervor, welche Leistungen beide Gemeinden zur Subsistenz eines Pfarrers beizutragen bereit wären – doch würde diese Unterstützung nicht ausreichen, um den Unterhalt eines Pfarrers zu sichern.

Ad 4. Da die vorgesehene Subsistenz nicht als hinreichend erachtet wurde, konnte von den betroffenen Gemeinden auch keine neue, verbindliche Spezifikation verfasst werden.

Ad 5. Zum Zustand der Gebäude ist hinzuzufügen, dass die Kirche in Oberrabnitz vor acht Jahren durch ein Erdbeben erhebliche „Schricker“ erlitt und mit „Eisenschlösser“ gesichert werden müsste.

Ad 6. Für den Bau eines Pfarrhofes stünde in Oberrabnitz, gleich neben der Kirche, ein ausreichend großes Wiesengrundstück zur Verfügung. Die beiden Gemeinden beabsichtigten, Ihre Durchlaucht um die Bereitstellung der notwendigen Baumaterialien zu ersuchen. Zur Deckung der Kosten müssten sie entweder Wohltäter finden oder im Namen der Gemeinden ein Darlehen aufnehmen.

Die Errichtung einer eigenen Pfarrei verzögerte sich, da beide Gemeinden zusammen nicht über die nötigen Mittel verfügten und auch nicht die vorgeschriebe jährliche Dotation von 300 Gulden aufbringen konnten. [27]

Nach wie vor gab es den Konflikt über die Gottesdienstregelung

Was den Konflikt über die Gottesdienstregelung zwischen der Gemeinde Oberrabnitz und dem Pfarrer von Unterrabnitz betraf, der nach wie vor bestand, wurde dem fürstlichen Verwalter aufgetragen, die Angelegenheit zu untersuchen.

In seinem Bericht vom Juli 1777 wies der Verwalter darauf hin, dass die Oberrabnitzer selbst dafür verantwortlich seien, dass der Pfarrer von Unterrabnitz die Gottesdienste in der Kirche von Oberrabnitz nicht wie vereinbart abhalten konnte. In Punkt 2 der Vereinbarung war ausdrücklich festgehalten, dass sich die Oberrabnitzer verpflichtet hatten, den Herrn Pfarrer mit eigener Fuhr nach Oberrabnitz zu bringen. Diese Pflicht hätten sie jedoch bewusst vernachlässigt, da sie danach strebten, einen eigenen Pfarrherrn zu erhalten. Als Rädelsführer wurde in diesem Zusammenhang der Oberrabnitzer Richter Hans Grubitsch, Haus Nr. 13, genannt. [28]

Den Beschwerdeführern wurde nahegelegt, künftige Streitigkeiten nicht eigenmächtig auszutragen, sondern sie dem zuständigen Distriktsbeamten zu übergeben. Auf diese Weise ließe sich eine größere Wirkung erzielen und eine schnellere Lösung erreichen. Zudem würden die Untertanen nicht von ihrer Arbeit abgehalten, und unnötige Kosten könnten vermieden werden. [29]

Die Feststellung des Verwalters, die Gemeinde sei selbst dafür verantwortlich, dass die vereinbarten Messen nicht eingehalten wurden, erscheint in dieser Form nur eingeschränkt zutreffend.

Zum einen war es für den Pfarrer, der nach 26 Jahren im priesterlichen Dienst gesundheitlich bereits angeschlagen war, eine große Belastung, die zusätzlichen Wege und Dienste auf sich zu nehmen, selbst wenn er von einem bespannten Fuhrwerk abgeholt wurde.

Zum anderen war es für die Gläubigen von Oberrabnitz mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, ihre kirchliche Praxis aufrechtzuerhalten. Drei Sonntage im Monat mussten sie den Weg nach Unterrabnitz auf sich nehmen – eine Strecke von eineinhalb Stunden –, zusätzlich zu elf Taufen und vier Begräbnissen, deren Zahl tendenziell weiter zunahm.

Das Bestreben, eine eigene Pfarrei zu errichten, war daher nicht als überzogener Anspruch zu verstehen, sondern als notwendige Maßnahme, um den seelsorglichen Bedürfnissen der Gemeinde gerecht zu werden. [30]

Zur Zeit der josefinischen Kirchenreform

Nach dem Tod Maria Theresias im Jahr 1780 wurde Joseph II. zum Alleinherrscher und setzte nun umso rascher seine lang gehegten Pläne in die Tat um. Einer davon war die josefinische Kirchenreform, in deren Rahmen er eine Reihe von Klöstern, Stiftungen und Kirchen auflöste, die sich nicht mit Seelsorge, Unterricht oder Krankenpflege befassten. Aus deren Vermögen bildete er die sogenannten Religionsfonds, die unter staatlicher Verwaltung standen. Aus diesen Fonds wurden der Klerus besoldet und die wichtigsten Baulasten der Pfarren finanziert. [31]

Im Zuge der fortschreitenden Neuordnung der Pfarren wurde 1787 in einem Schreiben der Königlich Ungarischen Statthalterei an den Generalvikar von Győr (Raab) darauf hingewiesen, dass die Kosten für Neubauten und Reparaturen von Pfarr- und Kirchengebäuden nach den Bestimmungen des Religionsfonds zu decken seien.

Da diese Ausgaben den Fonds stark belasteten und kaum zu vermeiden waren, hatte man besonders darauf zu achten, dass die Bauvorhaben möglichst sparsam und wirtschaftlich ausgeführt wurden und dass geprüft wurde, ob ein Kirchenpatron vorhanden war, der nach Recht und Pflicht die Kosten für Bau und Erhaltung zu tragen hatte.

Zur Klärung der Frage, wem das Patronatsrecht – und damit die Pflichten für Bau und Erhaltung von Kirchen und Pfarrhöfen – zustand, wurde ein Verfahren vorgeschrieben. Dieses sollte der Diözesanbehörde eine Übersicht über alle Pfarren und Lokalkaplaneien ermöglichen, in der festgehalten wurde, wo das Patronatsrecht ausschließlich dem Religionsfonds, wo teils dem Fonds, teils den Grundherrschaften oder Gemeinden und wo gänzlich den Grundherrschaften oder Gemeinden zustand. [32]

Gründung einer eigene Pfarre Oberrabnitz-Karl

Während der josephinischen Reformzeit wurde auch die Gemeinde Oberrabnitz gemeinsam mit der Filialgemeinde Karl im Jahr 1788 zur Lokalkaplanei erhoben. Das Patronatsrecht lag beim Religionsfonds. Wie aus einem Pfarramtsbericht hervorgeht, war der erste Lokalkaplan Alois Scossa; als Wohnung wurde ihm das ehemalige Schulgebäude zur Verfügung gestellt. [33]

Zur Vermeidung etwaiger Zwistigkeiten hinsichtlich der Sonn- und Feiertagsgottesdienste mit der Filialkirche Karl sowie der bei den Schul- und Pfarrgebäuden zu leistenden Arbeiten schloss die Gemeinde Oberrabnitz im Jahr 1802 mit der Gemeinde Karl eine schriftliche Vereinbarung:

Jeden vierten Sonntag sollte der Vormittagsgottesdienst in der Kirche von Karl stattfinden. Bestimmte Feiertage waren davon jedoch ausgenommen und dauerhaft einer der beiden Kirchen zugeordnet. Diese wurden bei der Berechnung des „vierten Sonntags“ nicht mitgezählt.

Weiters wurden die Verpflichtungen für Kirche, Pfarrhof und Schulhaus sowie die Brennholzlieferung im Verhältnis 3 zu 1 aufgeteilt. Zusätzlich zu ihrem Brennholzanteil mussten die Karler noch vier Klafter Holz liefern, als Ersatz für die ursprünglich an jedem vierten Sonntag zu leistende Beförderung des Herrn Pfarrers, die später entfallen war. 

„Erstens: Wird alle 4ten Sonntag der vormittägige Gottesdienst in der Karler Kirche gehalten: jedoch mit dieser Beschränkung, dass der Weyhnachtstag, Lichtmesstag, Josephy-Sonntag, Pallmsonntag, Ostersonntag, Christ-Himmelfahrt, Pfingstsonntag denen Ober Rabnitzern und hingegen das Fest des heil. Erz-Mertyrers Stephanus, der Unschuldigen Kindertag, der heil. drey Königtag, Oster-Montag, der Pfingst-Montag, der Fronleychnamstag, Oswaldy, und Katharina-Tag, den Karlern, wie vorhin unabänderlich und so verbleiben sollen, dass diese zur Wechslung des Gottesdienstes nicht gerechnet werden därfen. Diesem gemäß werden…

Zweitens, die Ober Rabnitzer sowohl an Zug- und Hand-Robathen, als auch an übrigen Auslagen, Schuldigkeiten bei Kirchen, Pfarrhof, und Schulhaus-Gebäu, wie nicht minder an Brennholz die drey Viertl- Theile, die Karler aber den 4ten Theil (nebst den 4 Klaftern Holz, so anstatt der am 4ten Sonntag zu schückenden Gelegenheiten von Seite der Karler) zu leisten verpflichtet seyn.

Sigl Pfarrhof Ober Rabnitz am 25ten November 1802. Joseph Furtner Richter in Karl (L.S), Johann Stelzmayer Geschworner mp. (L.S), Stephan Halling Mitnachbar mp. (L.S), Johann Tribel Mitnachbar mp.,

Johannes Supper Richter in Ober Rabnitz (L.S), Hendling Hans Geschworner, Sebastian Pfneyßl Geschworner, Johann Liebentritt Mitnachbar, Georg Seidl Mitnachbar mp.c

(L.S.) Coram me Ladislaus Riegler m.p. Districtuali Vice

(L.S.) Coram me Joann Szep m.p. Locali Curator“ [34]

Abb. 4: Auszug aus der Vereinbarung der Gemeinde Oberrabnitz mit der Filialgemeinde Karl betreffend der Sonn- und Feiertagsregelung, so wie der zu leistenden Arbeiten; Quelle: Egyházmegyei Levéltár – Győr, Acta Parochialia

Im Jahr 1807 wurde die selbstständige Lokalkaplanei Oberrabnitz unter Pfarrer Johann Szep (gebürtig Johann Schön, der sich magyarisieren ließ) durch Hofdekret vom 3. Juli 1807, Zl. 6262, zur Pfarre erhoben. Wie im selben Pfarramtsbericht vermerkt, wurde jedoch keine kanonische Visitation vorgenommen. [35]

Erneuerung der Kirche

Die folgenden Jahre waren geprägt vom unermüdlichen Bemühen des Pfarrers, der mit Unterstützung der Gemeinde um die Sicherung seiner wirtschaftlichen Existenz rang, sowie vom beharrlichen Bestreben der Gemeinde, in äußerst schwierigen Zeiten die Erneuerung ihrer Kirche zu ermöglichen. [36]

Pfarrer Johann Szep, der seit 1801 im Dienst der Pfarre stand, verfügte über kein eigenes Vermögen und lebte von einer kargen Besoldung aus dem Religionsfonds in Höhe von jährlich 300 Gulden. [37]

Im Jahr 1808 richtete er ein Gesuch an die fürstliche Durchlaucht. Darin bat er, dass man ihm ein Joch Ackerland zur Nutzung zulasse – „weil er gar keine Grundstücke besitzet, und nicht einmahl ein paar Kühe aus Mangel an Stroh und Winterfutter halten kann“ –, oder man möge ihm ersatzweise einige Metzen Früchte sowie einige Fuhren Heu und Stroh verabreichen, um seine Existenz sichern zu können.

Zur Begründung verwies er auf das Zeugnis der Beamten, die bestätigten, dass er die Untertanen im Glauben unterrichte und zugleich zur Erfüllung ihrer Pflichten anhalte. Der zuständige Verwalter der Herrschaft Lackenbach hob dabei hervor, dass Johann Szep ein eifriger Seelsorger sei.

Gleichzeitig musste der Verwalter aber feststellen, dass Johann Szep mit seiner geringen Besoldung sehr kümmerlich lebte: Er konnte sich keine Dienstmagd leisten, musste bei Kleidung und Nahrung sparen und war oft gezwungen, um sich zu unterhalten, auf benachbarte Pfarrhöfe zu gehen. Angesichts der allgemeinen Teuerung war sein Leben äußerst beschwerlich.

Eine zusätzliche Unterstützung in Form von Ackerland oder Naturalien wurde jedoch abgelehnt, da die Herrschaft selbst über keine freien Flächen oder Vorräte verfügte. Daher schlug der Verwalter vor, ihm bis zur Übertragung einer besseren, bereits in Aussicht gestellten Pfarre 50 Gulden in bar sowie 4 Metzen Weizen und 8 Metzen Korn zu gewähren.

Die zuständige Stelle der Herrschaft, die Domainen Direction Eisenstadt, sah die Verpflichtung beim Religionsfonds und konnte daher auf die Empfehlung ihres Verwalters nicht eingehen und begründete es damit:

Da der Bittsteller ein aus dem Religionsfonds neu eingesetzter Pfarrer ist, würde eine gnädige Gewährung zusätzlicher Unterstützung seitens der Herrschaft für andere lediglich einen Anlass zu weiteren, lästigen Eingaben schaffen. Daher könne von einer Bewilligung nicht geraten werden. Vielmehr solle man ihm zu gegebener Zeit durch die Übertragung einer besseren Pfarrpfründe entgegenkommen. [38]

Pfarrer Johan Szep diente noch weiter sieben Jahre bis er im Jahr 1816 von Jakob Weber abgelöst wurde.

Trotz der schwierigen Situation in der sich die Gemeinde befand, versuchte sie immer wieder eine Genehmigung zur Erneuerung der äußerst baufälligen Kirche zu bekommen. [39]

In ihrer untertänigen Eingabe an den hochwürdigsten Herrn Generalvikar des Bistums Győr (Raab), schilderte sie eindringlich den desolaten Zustand: Die Kirche sei so baufällig, dass der Gottesdienst darin nur unter Lebensgefahr stattfinden könne. Das durchlöcherte Dach, der vermoderte Dachstuhl und der ständig eindringende Regen ließen jederzeit einen Einsturz befürchten. Schon während der Feier der Messe tropfte das Wasser bis auf den Altar. Außerdem sei die Kirche viel zu klein, sodass ein großer Teil der Gläubigen gezwungen sei, bei Wind und Wetter im Freien zu stehen. Die Einnahmen reichten nicht einmal für Kerzen, geschweige denn für die Erneuerung der abgenutzten liturgischen Geräte wie Kelche oder Altarwäsche.

Das Pfarrhaus, 1801 auf königliche Kosten errichtet, sei inzwischen etwas reparaturbedürftig. Doch weder Kirche noch Gemeinde seien in der Lage, die Kosten aufzubringen.

Die Einkünfte der hiesigen Pfarre, die größtenteils aus dem Religionsfonds stammten, hatten sich zu dieser Zeit stark verringert. Der Grund dafür war, dass die sogenannten Einlösungsscheine durch die Veränderung ihres Kurses deutlich an Wert verloren hatten. Dadurch legen die tatsächlichen Einkünfte der Pfarre weit unter dem offiziell festgelegten Pfarrgehalt.

Da frühere Rekurse in den Jahren 1815, 1820 und 1822 an die königliche Statthalterei unbeantwortet blieben, bat die Gemeinde daher im Jahr 1825 erneut, man möge sich ihrer annehmen und die Pfarre in einen Zustand versetzen, in dem Gottesdienste wieder in Würde gefeiert werden könnten.

Unterfertigt von [… ] „Unterthänigst gehorsamste Pfarrgemeinde Ober Rabnitz; Jakob Weber Pfarrer; Michael Bleyer Richter; Andomi Liebentrith Geschworner; Alberth Orthofer Geschworner; Johann Georg Gmeiner Geschworner; Georg Seidl Geschworner; Andreas Grubsch Geschworner; Johan Georg Liebentrit; Benetikt Liebentrith; Jakob Liebentrith;“ [40]

Bau der heutigen Kirche - 1837

Als im Jahr 1823 in der Herrschaft Lockenhaus die herrschaftlichen Gebäude von einem Bauingenieur besichtigt wurden, untersuchte er bei dieser Gelegenheit auch die Kirche von Oberrabnitz teilweise und festgestellt,

„[…] dass die Hauptwände derselben noch nicht von ihrer senkrechten Linie abgewichen sind, sondern vielmehr Feuchte aufziehen aber noch keinen Schaden erlitten haben.“

Aus diesem Grund könne diese Kirche nach dem Ermessen des Bauingenieurs weiterhin mit einem „Dippel- oder Schalboden“ anstelle eines Gewölbes ausgestattet werden, um den Druck auf die Mauern zu vermindern, wodurch der kostspielige Bau einer neuen Kirche vermieden werden könnte. [41]

Die Entscheidung dürfte anders gefallen sein, denn am 10. April 1837 begann der herrschaftliche Maurermeister Johann Stranz aus Lackenbach mit dem Bau der Kirche. Die Bauaufsicht oblag dem Erzpriester Mathias Hackstock aus Steinberg. Seitens der Gemeinde traten Pfarrer Jakob Weber, Richter Johann Seidl sowie die beiden Geschworenen Franz Liebentritt und Stefan Liebentritt als verantwortliche Vertreter auf.

Für den Kirchenbau wurde ein Überschlagsbetrag von 7.389 Gulden veranschlagt. Hinzu kamen verschiedene Einnahmen aus Veräußerungen, darunter 29 Gulden für altes sowie überschüssiges neues Eisen; 7 Gulden für alte Schindeln, die Johann Supper erkaufte, 12 Gulden für altes, weiches Bauholz. das Franz Liebentritt kaufte, und 20 Gulden für übrig gebliebene Ziegel, die Mathias [?] aus Kaisersdorf erwarb. Insgesamt ergab sich somit eine Summe von 7.457 Gulden.

Das alte, harte Bauholz wurde zum Pilotieren der Fundamente verwendet. Die verbliebenen neuen Schindeln wurden auf dem Kirchenboden eingelagert, um sie zu einem späteren Zeitpunkt für den Pfarrhof zu verwenden. Das alte Glas sowie die Fensterbeschläge mussten dem Glaser überlassen werden, da er die niedrig angesetzte Vergütung für die Anfertigung der Fenstergitter nur unter dieser Bedingung akzeptierte.

Die beiden Hauptmauern, die laut Bauplan ursprünglich erhalten bleiben sollten, mussten abgetragen und von Grund auf neu errichtet werden – einerseits aufgrund ihres schlechten Zustands, andererseits wegen der vorgesehenen Vergrößerung der Kirche um drei Schuh (etwa 90 cm). Aufgrund des schlechten Baugrunds wurden die neuen Mauern verstärkt ausgeführt: dicker, tiefer und mit einer Pilotierung versehen. Anstelle der ursprünglich geplanten Schindeldeckung für Kirche, Sakristei und Turm entschied man sich aus Sicherheitsgründen für eine Ziegeldeckung, da sich in unmittelbarer Nähe mehrere strohgedeckte Bauernhäuser befanden.

Am 15. September 1837 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. [42]

Da der Festtag des Heiligen Josefs am 19. März stets in die Fastenzeit fiel und daher kein Kirtag abgehalten werden konnte, entschloss man sich, die Kirche stattdessen zu Christi Himmelfahrt zu weihen. Seitdem findet in Oberrabnitz jährlich zu Christi Himmelfahrts der Kirtag statt.

Abb. 5: Heutige Kirche – Ansicht 1925; Quelle: PA Fraller, Oberrabnitz, Privatarchivalien

Sturmschaden im Jahr 1847

Zwischen dem 25. und 28. Oktober 1847 wütete in Oberrabnitz ein extrem starker Sturm mit heftigen Regengüssen. Während des Sturms wurde das zwei Zentner schwere Turmkreuz von der Pfarrkirche heruntergerissen; dabei wurde die Turmkuppel zur Hälfte zerstört und auch das Kirchendach stark beschädigt. Beim Pfarrhausstadel brachte der Sturm die Feuermauer zum Einsturz. Es war klar, dass diese Beschädigungen rasch repariert werden mussten, um größeres Unglück abzuwenden.

Die vom Seelsorger unverzüglich hinzugezogenen Werkmeister erklärten nach genauerer Untersuchung und im Beisein des Gerichts und der Gemeinde, dass eine einstweilige Reparatur des Turmes, für dessen Haltbarkeit sie jedoch auf keinen Fall haften wollten, und die Reparatur des Kirchendachs nicht unter 800 Gulden W.(Wiener) W.(Währung) zu bewerkstelligen wären.

Auch das Schul- und Gemeindehaus wurde durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen und hätte mit erheblichen Kostenaufwand repariert werden müssen. Die Gemeinde war außerstande, zur Reparatur der verwüsteten Gebäude auch nur das Geringste beizutragen, hätte sich aber glücklich geschätzt, wenn sie die dabei nötigen Handarbeiten und Fuhren, im Rahmen der ohnehin überaus beschwerlichen Robot mit gesunden Gliedern und schwachem Zugvieh hätte leisten können. [43]

Provisorische Reparatur

Der Kostenvoranschlag für die einstweilige Reparatur betrug 802 Gulden, für die Gesamtreparatur 1.913 Gulden. Ein Befund des Maurermeisters Anton Schiessl lautete wie folgt:

„Der jetzige Bestand des Thurmes ist von der Art gebaudt, dass er nie seinen Zweck, um sollide, fest, und dauerhaft hergestellt zu werden, erreichen kann, indem die ganze Thurmkuppel ganz aus Mauerwerk gemacht, und mit Dachziegl eingedäckt ist so zwar, dass, das ganze Dachstuhlholz samt Helmstange fest vermauert, dahero auch das ganze Holz vermodert ist, weil kein Luftzug durchsteigen kann, auf diese Art hat der Sturmwind das Kreutz samt Kopf von der hölzernen Helmstange abgebrochen, und herunter geworfen, so zwar das die Thurmkuppel auf der Nordtseitte ganz abgedeckt, und durch das herunterfallen des Kreutzes samt der Dachziegl auch das Kirchendach stark beschädigt worden ist, solte der Thurm auf diese Art wieder hergestellt werden, so muss die Thurmkuppel samt den darin vermoderten Dachgehölze abgetragen und mit neuen Materialle hergestelt werden, welches aber nie seinen Zweck erreichen kann, noch wird, in dem kein Bau- noch Zimmermeister auf 3 Jahre haften kann, weil das Holz ohne Luftzug vermodern muss.

Auf eine ganz gemauerte Bieramieden sind die Bögen samt Mauern zu schwach und ist der gänzliche Einsturz zu befürchten.

Am zwäkmäßigsten wäre daher, ein mit Weisplech gedeckter Kuppelthurm wie nach beiliegenden Bauplann ersichtlich ist, den auf diese Art wird der Thurm welcher mitten unter Strohgedeckten Häusern steht, von Feuer, und auch von andern Gewitter gesichert.

Oberrannitz am 2ten November 847“ [44]

Abb. 6: Bauplan Turmkuppel; Quelle: Egyházmegyei Levéltár – Győr, Acta Parochialia

Um weiteren Schaden zu verhindern, wurde beschlossen, die Turmkuppel und das Kirchendach vorläufig zu reparieren. Die ordnungsgemäße Reparatur sollte zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Planung der sachgemäßen Reparatur

Im Jahr 1851 übersandte die k.k. Statthalterei in Ofen (Ungarn) die entsprechenden Unterlagen mit der Anordnung, eine ordnungsgemäße Verringerungs-Lizitation für die notwendigen Reparaturarbeiten am Kirchturm der unter dem Patronat des Religionsfonds stehenden Pfarrkirche durchzuführen.

Im März 1852 wurde in Anwesenheit des Ortsgerichts Oberrabnitz die Lizitation abgehalten, wobei folgende Meister den Zuschlag erhielten: Zimmermannarbeiten – Franz Flasch, Unterrabnitz; Maurerarbeiten – keiner der anwesenden Maurermeister nahm die Arbeit an, da die Vergütung zu niedrig veranschlagt war; Schlosserarbeiten – Mathias Machal, Kobersdorf; Spenglerarbeiten – Franz Badisch, Güns. Nachträglich wurde vermerkt, dass der Zimmermeister Franz Flasch aus Unterrabnitz bereit war, die Maurerarbeiten auf eigene Gefahr zum Selbstkostenpreis zu übernehmen.

Für die Gemeinde unterzeichneten Franz Puhr, Richter; Andreas Fraller, Geschworener; Joseph Seidl, Geschworener. [45]

Noch im Mai 1852 wurde von der k.k. Finanz-Landesdirektion für Ungarn der Lizitationsbetrag von 631 Gulden und 50 Kreuzer – die Gesamtsumme aller Handwerkerleistungen – bei der k. k. Bezirks-Sammlungskasse in Ödenburg angewiesen. Für die Bauinspektion war Vize-Distrikt-Erzpriester Georg Fink aus Piringsdorf zuständig. Den Handwerksarbeiten stand somit nichts mehr im Wege. [46]

Das Schicksal eines Handwerkers

Wenige Wochen später musste sich der Zimmermeister Franz Flasch aus Unterrabnitz jedoch bittstellend „an ein löbliches, hohes geistliches Konsistorium zu Raab“ wenden, wie der Bericht zeigt:

„Dem ergebenst Gefertigten Zimmermeister von Unter Rabnitz ist ein großes Unglück widerfahren, welches er sich aber keineswegs selbst zuzuschreiben hat. – Es ist am 17ten Juny. in der Mittagsstunde unweit seiner Nachbarschaft Feuer ausgebrochen – und sein ganzes Haus mit allen im Hofe befindlichen Zimmermanns Arbeiten bis auf den Grund mit einer Reihe von 50 Häuser abgebrannt; – zu allen diesen würde er noch mit seiner Familie am Aschenhaufen stillschweigend vorübergehen – wenn nur nicht der zur Ober Rabnitzer Kirchen im Hofe ganz neu angefertigte Kirchenthurm ein Raub der Flammen geworden wäre. – Rettung desselben war nicht möglich gewesen wegen des heftigen Windes – und so ist der neu angefertigte Thurm  – wobey über 14 Tage lang 3 Zimmerleute täglich arbeiteten – in Aschen verschwunden.

Im festen Vertrauen auf Hoch Deroselbe Großmuth und Gnade waget er um Unterstützung oder Rettung eines Schaden-Ersatzes zu bitten; denn ohne Verschulden den Werth des Holzes und Arbeitslohn von 176 Gulden Conv.(-entionelle) Münze in einem Augenblick zu verliehren – bewog den Unglücklichen in seiner bedrängten Lage bittlich zu werden – da er eben bis Ende August abermahlen durch Fleiß und Arbeit dem accordirten Kirchenthurm aufzustellen verspricht – umso mehr flehet der hilfebedürftige Handwerksmann um eine erbarmende Spende – um nicht ganz trostlos dem Elende Preis gesetzt zu seyn – hofft er mit Zuversicht seine Bitte wolle unterstützt werden, von Einem Löblichen Hohen Geistlichen Consistorium, des arm unglücklich gewordenen Franz Flasch, Zimmermeister. Unter Rabnitz am 21ten Juny 1852″ [47]

Tage später bestätigte Zimmermeister Franz Flasch den Erhalt von 176 Gulden, die ihm vom Erzpriester Georg Fink ausgehändigt worden waren. Diese Geldhilfe war zunächst als Vorschuss gedacht und sollte bald zurückgezahlt werden, wurde ihm jedoch letztlich durch den Bischof von Raab, Anton Karner, erlassen. Die Kollaudierung erfolgte im Dezember 1852. [48]

Gebäudeausführung

Außen – Die einschiffige Kirche besitzt ein durchlaufendes Satteldach und einen leicht einspringenden, flach schließenden Chor. Über dem Ostgiebel erhebt sich ein Giebelturm mit Pyramidendach. Die Außengliederung ist sehr schlicht gehalten und wird durch ein gekehltes Traufgesims sowie rundbogig geschlossene Fenster bestimmt. Im seitlich leicht vorspringenden Emporenjoch befinden sich an der Nordseite zwei übereinanderliegende Fensteröffnungen; an der Südseite führt ein rechteckiger Zugang zur Emporentreppe.

Lediglich die Ostfront weist eine reichere Gliederung auf. Dort betonen Lisenen die Turmachse und reichen bis zur Höhe des umlaufenden Traufgesimses. Dazwischen befindet sich ein rechteckiges, steingerahmtes Portal mit einer in großen römischen Kapitalbuchstaben ausgeführten Bauinschrift auf schwarzem Schieferstein: „ERBAUT ANNO MDCCCXXXVII“. Darüber liegt ein gerader, überdachter Sturz. In der Mitte befindet sich ein rundbogig geschlossenes Fenster. Im Giebel bildet ein Sockel den Ansatz für die Faschenrahmung des Turmes. Dieser besitzt rundbogige Schallfenster, unter denen sich an der Ostfront eine kleine runde Lichtöffnung befindet. [49]

Abb. 7: Grundriss der Kirche Oberrabnitz; Quelle: PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
Abb. 8: Innenansicht der Kirche Oberrabnitz; Firmung 1956, Quelle: PA Fraller, Oberrabnitz, Privatarchivalien
Abb. 9: Anno 1837; Quelle: PA Fraller, Oberrabnitz, Privatarchivalien

Glocken

Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs bestand in der Rüstungsindustrie ein großer Bedarf an Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zinn, die unter anderem für die Herstellung von Munition, Kanonen und Granaten benötigt wurde. Aus diesem Grund wurden zahlreiche Kirchenglocken gegen Entschädigung beschlagnahmt und eingeschmolzen.

Der Turm der Pfarrkirche Oberrabnitz beherbergte während des Ersten Weltkriegs drei Glocken. Die größte, mit einem Durchmesser von 73 cm und einem Gewicht von 472 Pfund (210 kg), war im Jahr 1797 gegossen worden. Sie blieb von der kriegsbedingten Einziehung verschont. Die mittlere Glocke wog 180 Pfund (82 kg), die kleinste 80 Pfund (36 kg). Beide mussten im Jahr 1917 für Kriegszwecke abgeliefert werden. [50]

Zudem gab es von der Heeresleitung auch den Aufruf die Glockenseile abzugeben. Da diese aber in einem schlechten Zustand waren, konnten sie in der Kirche verbleiben. [51]

Am 30. Juni 1918 brachte Pfarrer Johann Krahl in einer Schulstuhlsitzung den Antrag ein, den Entschädigungsbetrag für die eingezogenen Glocken in die 8. Kriegsanleihe zu investieren. Der Schulstuhl entschied jedoch, dieses Geld unangetastet zu lassen, um so bald wie möglich neue Glocken wieder anschaffen zu können. [52]

Im Jahr 1923 konnten durch eine Sammlung die mittlere Glocke mit einem Durchmesser von 58 cm und die kleine Glocke mit einem Durchmesser von 46 cm wieder angeschafft werden. Somit war das Glockengeläute wieder vollständig. [53]

Gegen Ende des Jahres 1942, während des Zweiten Weltkriegs, wurden die Glocken der Pfarrkirche erneut eingezogen. Selbst die große Glocke aus dem Jahr 1797 musste abgeliefert werden; nur die mittlere Glocke blieb erhalten.

Im Juni 1943 konnte jedoch bei der Firma Junker in Westfalen eine neue kleine Glocke angeschafft werden. Sie wog rund 40 Kilogramm und diente fortan als Sterbeglocke. Ihr Ton „Gis“ harmonierte gut mit dem Ton „E“ der verbliebenen mittleren Glocke. Der Preis betrug 210 Reichsmark, die durch großzügige Spenden der Ortsbevölkerung aufgebracht wurden. Die neue Glocke wurde dem heiligen Josef geweiht. [54]

Nicht alle eingezogenen Glocken wurden im Krieg tatsächlich eingeschmolzen. So kehrte im Jahr 1946 die große Glocke mit dem Gussjahr 1797 glücklicherweise wieder zurück. [55]

Obwohl damit das Geläut wieder vollständig war, entschloss sich die Gemeinde dennoch, drei neue Glocken anzuschaffen. Vermutlich waren die vorhandenen Glocken bereits beschädigt und wurden daher zum Einschmelzen für den Neuguss verwendet.

Im Juli 1952 lieferte die Firma Pfundner aus Wien diese drei Glocken, die von der politischen Gemeinde bestellt und der Kirche zur Verfügung gestellt wurden.

Die große Glocke mit der Tonlage „cis“ und Widmung „Sühne Glocke zu Ehren der Mutter Gottes von Fatima“, die mittlere Glocke mit der Tonlage „e“ und Widmung „Heiliger Josef bitte für uns“ sowie die kleine Glocke mit der Tonlage „gis“ und Widmung „Armen Seelein Glöcklein“ wurden am 13. Juli 1952 durch Herr Dechant Pfarrer Elias Hanifl aus Piringsdorf, als Vertreter des Bischofs, in einem feierlichen Festakt geweiht. [56]

Abb. 10: Neu angeschafften Glocken im Jahr 1952; Quelle: PA Fraller, Oberrabnitz, Privatarchivalien

Im Jahr 1983 wurde das Glockengeläut von der Fa. Grasmayer auf elektrischen Antrieb umgerüstet und mit einer Zeitsteuerung ausgerüstet. [57]

Orgel

Die Chororgel stammte aus dem Jahr 1914 und wurde von der Budapester Filiale der Firma Gebrüder-Rieger als Typ „Opus 1755“ erbaut. Der Anschaffungspreis betrug seinerzeit 5.000 Kronen. Das Instrument verfügte ursprünglich über 13 Register, von denen jedoch nur 7 tatsächlich spielbar waren. [58]

Ursprünglich war diese Orgel für eine andere Kirche vorgesehen. Damit sie dennoch bei uns eingebaut werden konnte, mussten die Orgelpfeifen in abgewinkelter Form angebracht werden.

Möglicherweise wurde in diesem Zusammenhang auch die Chorbrüstung nach vorne erweitert, da durch die etwas größere Orgel Platzmangel entstand.

Die Erweiterung der Chorbrüstung ist einerseits mündlich überliefert, andererseits anhand der baulichen Gegebenheiten nachvollziehbar: Die äußeren Fenster auf beiden Seiten werden teilweise von der Chorbrüstung verdeckt, zudem weist eine Eisenspange darauf hin, dass die Brüstung früher näher an der Orgel stand. Wann und auf welche Weise diese Veränderung vorgenommen wurde, konnte bisher jedoch nicht belegt werden. [59]

Wie zuvor schon die Glocken waren auch die Orgelpfeifen begehrtes Material für die Rüstungsindustrie. Im November 1917 verkündete der örtliche Schulstuhl, dass die Orgelpfeifen eingezogen werden sollten und man sich der Anordnung der Heeresleitung zu unterwerfen habe.

Im April 1918 folgte die amtliche Mitteilung, dass die vom königlich ungarischen Minister angeordnete Abnahme der Orgelpfeifen an der hiesigen Orgel vollzogen worden sei und das Metallmaterial zum Weitertransport an die Bahn überstellt worden sei. [60]

Am 24. Juni 1918 verzeichnete das Pfarrkassenbuch schließlich den Eingang von 315 Kronen, die für die abgelieferten 15 Kilogramm Orgelpfeifenmetall ausgezahlt und auf ein Sparbuch weitergeleitet wurden. [61]

Im Jahr 1930 wurde das ursprüngliche Prospektpfeifenwerk, das im Ersten Weltkrieg verloren gegangen war, durch Zinkpfeifen ersetzt. Diese Orgel verfügt über eine pneumatische Traktur, einen Spieltisch sowie Kegelladen. Sie steht bis heute in ihrem originalen Orgelgehäuse aus dem Jahr 1914. [62]

Im Jahr 1932 war der Grazer Orgelbauer Hopfwieser an der Karler Orgel tätig. Im Zuge seines Aufenthaltes wurde auch die Orgel in Oberrabnitz besichtigt, wobei verschiedene Mängel festgestellt wurden.

Er erklärte sich bereit, die notwendigen Arbeiten um für 80 Schilling sofort durchzuführen. In einer eigens dafür einberufenen außerordentlichen Sitzung des Schulstuhls wurde festgehalten, dass die Mängel bereits seit längerer Zeit spürbar seien und deren Behebung nun mit vergleichsweise geringen Kosten möglich sei, zumal die Jahresbilanz obendrein noch ein Plus ausweise. Daraufhin wurde die sofortige Reparatur einstimmig beschlossen. [63]

Im August 1948 wurde durch die Firma Huber in Eisenstadt eine Generalreparatur der Orgel sowie des Blasebalges vorgenommen. Die Reparatur kostete 2.150 Schilling.

Zur Deckung dieser Summe wurde bereits im Juli der Verkauf einer kleinen Kirchenwiese (15 Ar) in der Unteren Au um 2.000 Schilling an den Schuhmacher Johann Heissenberger, Haus Nr. 19, einstimmig beschlossen. Auch die Apostolische Administration stimmte diesem Verkauf zu. Die Wiese war von nur geringem Wert, da sie häufig mit Sand und Steinen überschwemmt wurde. [64]

Bei der Kirchenratssitzung im Oktober 1954 warf der hochwürdige Herr Pfarrer Stefan Schmidt die Frage auf, ob man nicht für die Kirchen von Oberrabnitz und Karl ein elektrisches Orgelgebläse anschaffen könnte.

Der Kirchenrat meinte dazu, dass zunächst die Altäre in Ordnung gebracht werden sollten. Danach könne man vielleicht über den Kauf nachdenken – aufgeschoben sei nicht aufgehoben. [65]

Der Gemeindevorstand unter Bürgermeister Stefan Hettlinger plante für das Jahr 1960 die Vergrößerung des örtlichen Friedhofs. Im August 1959 bat er deshalb den Pfarrkirchenrat, ein Stück Kirchengrund an die politische Gemeinde abzutreten. (Das Grundstück, auf dem sich der Friedhof befand, stand im Eigentum der Gemeinde, während der davorliegende Platz, der zur Erweiterung des Friedhofs vorgesehen war, im Eigentum der Kirche stand.)

Der Kirchenrat stimmte zu – unter der Bedingung, dass im Gegenzug ein elektrisches Orgelgebläse für die Pfarrkirche angeschafft werde. Die Verhandlungen mit der Gemeinde übernahmen der Stellvertreter des Präses sowie der Kassier. [66]

Abb. 11: Die Orgel ist in Brauntönen gehalten – erst im 20. Jhdt. übermalt. Die ursprüngliche Farbigkeit war in helleren Grautönen mit farbigen Linien und metallisierten Teilen; [67]
Abb. 12: Disposition: Manual, C – f’’’; Principal 8'; Salicional 8'; Bourdon 8'; Octava 4'; Dolce 4'; Mixtur 3 sz. 2 2/3'; Pedal, C – d'; Subbass 16'; M/P, Super M; Piano, Mezzoforte, Forte, Kivalto; Pneumatische Kegelladenorgel; [68]

Orgelreparatur 1985 [69]

Renovierungen

Reparaturarbeiten 1949 – 1972

Im Herbst 1949 wurden für die Kirche neue Bänke angefertigt. Der Tischlermeister Josef Gludowatz, Haus Nr. 49, stellte diese zu einem Preis von 200 Schilling pro Stück her. Zusätzlich wurden zwei kleinere Bänke zu je 100 Schilling sowie ein neuer Beichtstuhl um 800 Schilling angeschafft.

Die Kosten wurden dadurch gedeckt, dass sich jeder Besitzer eines Kirchensitzes bereit erklärte, dafür 50 Schilling zu bezahlen. (Wer einen festen Sitzplatz in der Kirche haben wollte, konnte sich gegen Entrichtung einer einmaligen Aufnahmegebühr und einer jährlichen Gebühr in das Sitzregister eintragen lassen.) Die beiden kleinen Bänke wurden vom Tischlermeister im Gegenzug für eine Ackerpacht geleistet.

Weiters konnte für den Altar ein Teppich um 2.800 Schilling angeschafft werden. Eine Haussammlung, die von der Nichte des Herrn Pfarrers durchgeführt wurde, erbrachte dafür 1.200 Schilling; der Restbetrag wurde durch Opfergänge aufgebracht. [70]

Im Oktober desselben Jahres wurden auch die Dächer von Kirche und Pfarrhof durch den Dachdeckermeister Vinzenz Seidl aus Kirchschlag gründlich repariert. Die Kosten dafür beliefen sich inklusive Material auf 5.255 Schilling. In diesem Preis war auch der Ankauf von 2.000 alten Ziegeln enthalten, die zu einem Stückpreis von 50 Groschen erworben wurden.

Der Dachstuhl des Pfarrhofes konnte lediglich ausgebessert werden, da ein Neubau für die „Rabnitzer“ (Anmerkung des Herrn Pfarrers) zu kostspielig gewesen wäre.

Die Finanzierung dieser Arbeiten war ursprünglich durch den Verkauf der kleinen Kirchenwiese um 2.500 Schilling an Franz Fruhmann, Schuhmacher, Haus Nr. 38, sowie durch eine Beisteuer der Apostolischen Administratur vorgesehen. Da der Verkauf der Wiese jedoch von der Administratur abgelehnt wurde, konnten die Arbeiten schließlich durch eine Spende von 5.000 Schilling seitens der Apostolischen Administratur sowie durch eine Haussammlung, die 586 Schilling erbrachte, bestritten werden. [71]

Im Zuge der Erneuerung des örtlichen Stromnetzes und des Anschlusses an die NEWAG in den Monaten Juli und August 1952 wurden auch die Kirche und der Pfarrhof an dieses neue Netz angeschlossen. Der Pfarrkirchenrat stellte dafür einige Quadratmeter Pfarrgrund für das Aufstellen des Transformators zur Verfügung.

Als Gegenleistung erfolgte der Anschluss von Kirche und Pfarrhof unentgeltlich. Auch die Beleuchtungskörper wurden kostenlos bereitgestellt. Bei der Ausführung der Arbeiten im Pfarrhof wurde zudem auf die persönlichen Wünsche des Herrn Pfarrers Rücksicht genommen.

Die feierliche Einweihung des neuen Transformators mit einer anschließenden Segenandacht fand am 23. November 1952 durch den Ortspfarrer Stefan Schmidt statt. [72]

Nach dem Anschluss der Kirche an das NEWAG-Stromnetz und dem Ausbau der Leitungen wurde im Februar 1953 beschlossen, die dadurch notwendig gewordenen Renovierungsarbeiten durchführen zu lassen. Im September desselben Jahres konnte mit den Arbeiten begonnen werden.

Die Malerarbeiten führte der Steinberger Malermaiester Alois Bauer aus. Von ihm wurden auch verschiedene Streicharbeiten vorgenommen. So erhielt die Chorbrüstung anstelle der ursprünglichen grauen Fassung einen rötlichbraunen Farbton, der besser mit der Malerei harmonierte. Auch die Orgel wurde von Grau in Braun umgefärbt. Die Arbeiten fanden allgemeine Anerkennung und galten als besonders gelungen. Da es sich um die erste Kirche handelte, die Herr Bauer ausmalte, wurde diese Arbeit als sein eigentliches Meisterstück betrachtet.

Das notwendige Gerüst für die Arbeiten stellte der Zimmermeister Freiler, ebenfalls aus Steinberg, zur Verfügung. Die Gesamtkosten der Renovierungsarbeiten beliefen sich auf 14.000 Schilling, welche durch eine Sammlung aufgebracht werden konnten. [73]

Zur selben Zeit wurde auch das Kriegerdenkmal einer Renovierung unterzogen. Der Tischlermeister Josef Gludovatz Haus Nr. 49 fertigte hierfür einen Lattenzaun an, und Malermeister Alois Bauer frischte die Figur des Kriegers auf. Außerdem wurde eine neue Marmortafel angebracht, die die Namen der Gefallenen und Vermissten trägt.

Abb. 13: Kriegerdenkmal 1956 nach Renovierung; Quelle: PA Fraller, Oberrabnitz, Privatarchivalien

Ebenfalls in diesem Jahr erhielt die Kirche einen neuen Kreuzweg. Der alte Kreuzweg war nicht nur in schlechtem Zustand, sondern eigentlich für die kleine Kirche nicht passend. Der neue Kreuzweg, der um 825 Schilling von Stefan Liebentritt Haus Nr. 5 gestiftet wurde, ist zurzeit mit Fugel-Bildern ausgestattet und wird nur als Provisorium angesehen. Er soll mit der Zeit durch einen schönen und Kunstwerten Kreuzweg ersetzt werden. [74]

Der gelungene Abschluss der Renovierungsarbeiten gab schließlich Anlass zu einer Feier, bei der Hochwürden Herr Dechant die feierliche Weihe der durchgeführten Arbeiten vornahm. [75]

Im Jahr 1955 wurden an den Altären, der Kanzel und den Statuen umfassende Renovierungsarbeiten vorgenommen, die noch im Mai abgeschlossen werden konnten. Die Arbeiten führte der Malermeister und Vergolder Johann Pomper aus Güssing durch. Alles wurde gründlich grundiert, lackiert, marmoriert, neu gestrichen, teilweise neu hergestellt und mit Vergoldung versehen. Die Kosten beliefen sich auf 7.500 Schilling. Den größten Teil brachte die Bevölkerung durch eine Haussammlung selbst auf. Einen Beitrag von 3.000 Schilling leistete die Finanzkammer der Apostolischen Administration. [76]

Im Mai 1956 erfolgte eine notdürftige Außenrenovierung an der Pfarrkirche, am Pfarrhof und an der Kreuzkapelle. Der Maurermeister Anton Pfneisl aus Draßmarkt verputzte und tünchte die schadhaften Stellen. Die Kosten dafür beliefen sich auf 1500 Schilling. [77]

Am 18. Juni 1962 um ca. 15Uhr30 wurde der Kirchturm durch einen Blitzschlag getroffen. Zwar war der Schaden nicht allzu groß, doch erwies sich die Instandsetzung als eine schwierige Angelegenheit. Den Zuschlag für die Maurerarbeiten erhielt als billigster Anbieter der Baumeister aus Draßmarkt. Der Turm wurde dabei vollständig vom alten Putz befreit. Laut Herrn Pfarrer boten auch viele aus dem Dorf ihre Mithilfe an. Besonders hervorgehoben hatte er dabei Josef Brandl Haus Nr. 88, dessen Eifer wesentlich dazu beitrug, dass die Arbeiten gründlich und zuverlässig durchgeführt wurden.

Während der Sanierung zeigte sich, dass auch Balken im Turm sowie Teile des Kirchendaches erneuert werden mussten. Da sich weder die örtlichen Zimmerleute noch jene aus dem Nachbarort an diese Arbeit wagten, wurde sie von der Firma Lebinger aus Weppersdorf übernommen. Im Zuge dessen konnten auch zwei neue Turmfenster angeschafft und eingesetzt werden.

Die Blitzschutzanlage wurde vom hiesigen Spenglermeister Herrmann Rathmanner Haus Nr. 81 montiert, wobei er Unterstützung von Heribert Heissenberger Haus Nr. 19 und dem Lehrling Josef Fruhmann Haus Nr. 38 erhielt. Laut Herrn Pfarrer war auf diesen Lehrknaben die Gemeinde besonders stolz, da er mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit am Turm arbeitete, als hätte er schon öfters solch gefährliche Arbeit verrichtet. Nicht nur die Höhe, sondern auch die Kälte machten diese Arbeiten beschwerlich.

Im Jahr 1963 wurde die Blitzschutzanlage entsprechend den Vorschriften vollendet. Die dafür notwendigen Erdarbeiten übernahmen vier Männer aus der Gemeinde gegen eine angemessene Entlohnung. [78]

Ein großes Anliegen der Pfarrgemeinde war der im Gewölbe über dem Altar entstandene Riss. In einer im April 1966 abgehaltenen Kirchenratssitzung, die wegen der bevorstehenden Firmung einberufen wurde, nahm auch der Baumeister Pfneißl teil. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieser Schaden vor der Firmung nicht mehr behoben werden konnte. Der Baumeister Pfneißl wurde ersucht, dafür einen Kostenvoranschlag zu erstellen. Weiters sollte Herr Hafner Haus Nr. 1 gebeten werden, den erforderlichen Schotter aus Wr. Neustadt zu liefern. [79]

In der Kirchenrat Sitzung im Oktober 1967 wurde der Haushaltsplan für das Jahr 1968 besprochen. Das Ergebnis war ernüchternd: Da keine Mittel vorhanden waren, konnte an eine Erneuerung der Kirche vorerst nicht herangegangen werden. [80]

Erst im Sommer 1968 konnte ein außerordentlicher Haushaltsplan vorgelegt werden, der auch die erforderliche Genehmigung erhielt. Der Kostenvoranschlag für die Kirchenrenovierung, mitinbegriffen war auch die Behebung des Risses im Gewölbe, belief sich auf 100.000 Schilling. Davon hatte die Pfarrgemeinde 40.000 Schilling zu tragen, während die restlichen 60.000 Schilling von der Finanzkammer übernommen wurden. [81]

In der Sitzung im März 1969 wurden die Arbeiten offiziell an folgende Firmen vergeben: Baumeister Stimakovits aus Steinberg, Spenglermeister Rathmanner aus Oberrabnitz, Baumeister Baumgartner aus Draßmarkt, Dachdecker Ehrenhöfer aus Günseck. [82]

Bereits im Frühjahr desselben Jahres konnte der Anbetungstag wieder in der erneuerten Pfarrkirche gefeiert werden. [83]

Bei der Rechnungsprüfung zu Beginn des Jahres 1970 über das abgelaufene Jahr bedankte sich der Vorsitzende besonders dafür, dass der Riss in der Kirche nun vollständig verschwunden war. [84]

Erst nachträglich zeigte sich deutlich, wie gefährlich es für den Pfarrer gewesen war, am Altar die Eucharistie zu feiern, solange der Riss im Gewölbe bestand.

Zwar wäre nun ein neuerlicher Anstrich der Kirche notwendig gewesen, doch waren die Aufgaben der Gläubigen in dieser Zeit ohnehin gewaltig: die Durchführung der Ortskanalisation und der Bau eines sicheren Schulweges für die Kinder standen an – beides lebenswichtige Vorhaben, die von der Bevölkerung große finanzielle Opfer verlangten.

Feierlichkeiten wie Firmungen, bei denen die Anwesenheit des hochwürdigsten Bischöflichen Ordinariats zu erwarten war, boten stets die besten Voraussetzungen, um Renovierungen und Verbesserungen anzugehen, da in solchen Fällen auch Genehmigungen und Unterstützung zu erhoffen waren. So war es auch im Mai 1971 anlässlich der Firmung, bei der die Erlaubnis zur totalen Erneuerung der Pfarrkirche durch das hochwürdigste Bischöfliche Ordinariat erteilt wurde.

Mit den Baumeisterarbeiten wurde Baumeister Josef Stimakovits betraut. Das Ausmalen übernahm Malermeister Beno aus Oberpullendorf. Die Fensterarbeiten wurden dem Schlossermeister Boross aus Oberpullendorf anvertraut, kleinere Tischlerarbeiten erhielt der ortsansässiger Tischlermeister Franz Gludowatz Haus Nr. 49, und die Spenglerarbeiten führte der ebenfalls ortsansässige Spenglermeister Hermann Rathmanner Haus Nr. 81 aus. [85]

Da Baumeister Ing. Stimakovits die Arbeiten zur Kirchenrenovierung Anfang Juli noch immer nicht begonnen hatte, wurde er vom Bauamt der Diözese gebeten, mit den Arbeiten zu beginnen. Ende Juli 1971 erschien dann der erste Hilfsarbeiter in der Kirche. Als die Männer im Dorf dies mitbekamen, eilten sie alle herbei um mitzuhelfen, so dass in kürzester Zeit die Kirche ausgeräumt war. [86]

Während der Wintermonate fanden die Gottesdienste trotz der Renovierungsarbeiten weiterhin in der Kirche statt. Der Verschönerungsverein von Oberrabnitz stellte dafür Bänke bereit, die sonst im Sommer den Erholungssuchenden dienten. Diese provisorischen Sitzgelegenheiten brachten etwas Leben in den kahlen Raum. Denn die Wände waren bereits abgeschlagen, einige Fenster mussten herausgebrochen werden, und so klagten selbst die Männer über den starken Luftzug. Was der Priester am Altar in dieser Zeit ertragen musste, wussten allerdings nur die Ministranten, die neben ihm standen – trotz eingeschalteter Heizung froren sie gemeinsam.

Im Frühjahr 1972 begannen die eigentlichen Arbeiten. Für die Pfarrgemeinde war es ein Glücksfall, dass der Sohn eines Pfarrkirchenrates, Johann Fraller Haus Nr. 68, die Maurer immer wieder ermutigte, sich bewusst zu machen, dass sie an der Erneuerung ihrer eigenen Heimatkirche mitwirkten. Nachdem dann die bestellten Fenster von der Firma Boross pünktlich geliefert wurden, konnte auch die Gottesdienstordnung an Sonn- und Feiertagen wie gewohnt aufrechterhalten werden. [87]

Abb. 14: Kirchenrenovierung in den 70er - Vorher / Nachher; Quelle: PA Fraller, Oberrabnitz, Privatarchivalien

Reparaturarbeiten 1987

Aufgrund häufiger Störungen an den elektrischen Anlagen und Schaltkreisen, verursacht durch schadhafte Leitungen und eindringende Feuchtigkeit, war es notwendig, die gesamte Elektrik in der Pfarrkirche zu erneuern. Gleichzeitig boten die beiden besonderen Feierlichkeiten des Jahres 1987 – die Firmung sowie das 150-jährige Bestehen der Kirche – einen passenden Anlass, diese Arbeiten in Angriff zu nehmen. [88]

So wurden umfassende Arbeiten durchgeführt: Die elektrischen Leitungen, Schalter und Steckdosen wurden erneuert, der Schaltkasten auf moderne Leitungsschutzschalter mit vorgeschaltetem FI-Schalter umgestellt. Durchgeführt von der Firma Fliszar aus Oberpullendorf. Die Tischlerarbeiten der Firma Fruhmann aus Karl umfassten die Sanierung der Stühle und des Unterbaus. Der Innenputz wurde durch den Baumeister Pfneiszl aus Draßmarkt erneuert. Zusätzlich renovierte man den Luster, fertigte neue Banküberzüge an und brachte eine Feuchtigkeitsisolierung im Innenbereich an.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 200.000 Schilling. Finanziert wurde die Renovierung durch 37.500 Schilling Eigenmittel, 82.500 Schilling aus Sammlungen, 50.000 Schilling seitens der Gemeinde sowie 30.000 Schilling von der Diözese. [89]

Die handelnden Personen waren Pfarrer Georg Fennes, Ortsvorsteher Johann Gmeiner Haus Nr. 78, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Johann Fraller Haus Nr. 14 und der Pfarrgemeinderat bestehend aus – Anna Kogler Haus Nr. 69, Gottfried Kogler Haus Nr. 51, Gerhard Liebentritt Haus Nr. 6, Waltraud Gmeiner Haus Nr. 78. [90]

Renovierungsarbeiten 1991

Der Zustand der Inneneinrichtung der Pfarrkirche sowie des Pfarrhofes machte es erforderlich, im Jahr 1992 größere Renovierungsarbeiten in Angriff zu nehmen. Ziel war es, beide Objekte zur kanonischen Visitation 1993 in neuem Glanz präsentieren zu können.

Zu diesem Zweck wurden Angebote eingeholt und im Juli 1991 dem bischöflichen Ordinariat vorgelegt. Diese sahen für die Pfarrkirche Restaurierungsarbeiten, Steinmetzarbeiten im Altarraum, die Restaurierung des Kreuzwegs, der Figuren und Engel sowie die Installation einer Bankheizung vor. Die veranschlagten Kosten beliefen sich auf 1.360.000 Schilling.

Für den Pfarrhof waren Baumeister-, Tischler-, Maler- und Fliesenlegerarbeiten sowie Elektro- und Sanitärinstallationen vorgesehen, mit einer Summe von 650.000 Schilling.

Insgesamt betrugen die geplanten Kosten für beide Projekte 2.010.000 Schilling. [91]

Ein schweres Unwetter am 15. September 1991 führte dazu, dass die Pfarrkirche über die Eingangstür geflutet wurde. Infolgedessen entstanden massive Hochwasserschäden an der Inneneinrichtung. Die bereits veranschlagten Mittel mussten daher vollständig für die Sanierung der Kirche verwendet werden, wodurch die geplanten Arbeiten am Pfarrhof zurückgestellt werden mussten. [92]

An der Kirche wurden folgende Arbeiten durchgeführt: Restaurierungen am Seitenaltar, Kanzel, Hochaltar, Kreuzweg, Heiliges Grab; Tischlerarbeiten an der Eingangstür, den Innentüren, Bänken sowie Podeste für Altar und Bänke; weitere Maßnahmen für statische Sanierung, Schädlingsbekämpfung, Malerarbeiten an Wand und Decke, Hafnerarbeiten sowie Einbau einer Kirchenbankheizung.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2.052.000 Schilling. Finanziert wurde die Summe durch 365.000 Schilling an Subventionen (Land, Gemeinde, Bundesdenkmalamt), 970.000 Schilling von der Diözese, 395.000 Schilling aus Spenden sowie 322.000 Schilling an Eigenleistung. [93]

Die handelnden Personen waren Pfarrer Karl Langecker, Ortsvorsteher Johann Gmeiner Haus Nr. 78 danach Helmut Supper Haus Nr. 101, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Peter Ptedl Haus Nr. 31 und der Pfarrgemeinderat bestehend aus – Hermine Liebentritt Haus Nr. 103, Christine Pfneisl Haus Nr. 58, Wolfgang Frühstück Haus Nr. 94, Norbert Mandl Haus Nr. 82 [94]

Renovierungsarbeiten 2004

Ein nach wie vor ungelöstes Problem bei der Pfarrkirche war die Belastung der Bausubstanz durch kapillar aufsteigende Feuchtigkeit. Aufgrund einer anstehenden Visitation im Jahr 2005, hat man sich entschlossen dieses Problem in Angriff zu nehmen und anschließend der Kirche auch noch ein neues Erscheinungsbild zu verschaffen.

Fassadensanierung März bis Juni 2005… [95]

(Beitrag wird noch vervollständigt!)

Renovierungsarbeiten 2010

Von März bis Juni 2005 wurde eine Fassadensanierung durchgeführt. Im Herbst 2005 konnten an der Fassade Risse festgestellt. Werden. Durch eine Begutachtung wurde festgestellt, dass die Verursachung durch die örtlichen Kanalisationsarbeiten, die im August 2004 auch in der Nähe des Kirchenobjekters stattgefunden haben, zurückzuführen wäre.

Im Herbst 2010 wurden durch die Firma Strabag eine Fundamentverstärkung durchgeführt. [96]

(Beitrag wird noch vervollständigt!)

Anmerkungen

[1] Karall, Johann: Dekanate – eine Seelsorgeeinheit, Diözese Eisenstadt (Hrsg.), Eisenstadt: 2022, S. 21.
[2] Vgl. ebd. S. 43.
[3] Vgl. ebd. S. 89, S. 95.
[4] Schimetschek, Bruno: 700 Jahre Pfarre Kirchschlag, Pfarramt 2860 Kirchschlag/BW (Hrsg.), S. 19.
[5] Schimetschek, Richard: Stadtbuch Kirchschlag in der Buckligen Welt, Stadtgemeinde Kirchschlag in der Buckligen Welt (Hrsg.), Kirchschlag 2018, S. 65.
[6] Buzas, Josef: Archidiakonat Lutzmannsburg 1663, In: Burgenländische Forschung, Heft 53, Kanonische Visitation der Diözese Raab aus dem 17Jh II. Teil, Burgenländisches Landesarchiv (Hrsg.), Eisenstadt: 1967, S. 306.
[7] Buzas, Josef: Archidiakonat Lutzmannsburg 1674, In: Burgenländische Forschung, Heft 54, Kanonische Visitation der Diözese Raab aus dem 17Jh III. Teil, Burgenländisches Landesarchiv (Hrsg.), Eisenstadt: 1968, S. 155.
[8] Buzas, Josef: Archidiakonat Lutzmannsburg 1697, In: Burgenländische Forschung, Heft 55, Kanonische Visitation der Diözese Raab aus dem 17Jh IV. Teil, Burgenländisches Landesarchiv (Hrsg.), Eisenstadt: 1969, S. 327.
[9] BLA, MF492 P150
[10] EPA,
[11] EPA, RA Lackenbach, 1747, 68
[12] BLA, MF492 P150
[13] Vgl. ebd.
[14] Vgl. ebd.
[15] BLA, MF254 P108
[16] BLA, MF492 P150
[17] Vgl. ebd.
[18] Vgl. ebd.
[19] Kirchen Conscription, Oberrabnitz, 1760 – 1769
[20] EPA, Prot. 6864 (Amtsprotokoll 1772)
[21] BLA, MF492 P150
[22] Vgl. ebd.
[23] Vgl. ebd.
[24] Vgl. ebd.
[25] Vgl. ebd.
[26] Vgl. ebd.
[27] Vgl. ebd.
[28] Vgl. ebd.
[29] Vgl. ebd.
[30] Vgl. ebd.
[31] Mutschlechner, Martin: Josef II Reformkaiser oder aufgeklärter Despot, https://www.habsburger.net/de/kapitel/joseph-ii-reformkaiser-oder-aufgeklaerter-despot [12.10.2025]
[32] EPA, AB,LB,1788
[33] MNL Győr-Moson-Sopron Vármegye, Soproni Levéltára, IV. Megyei
[34] Egyházmegyei Levéltár – Győr, Acta Parochialia, IX_doboz
[35] MNL Győr-Moson-Sopron Vármegye, Soproni Levéltára, IV. Megyei
[36] Auswertung der Protokolle im Esterházy Archiv Forchtenstein,
[37] Vgl. ebd.
[38] Vgl. ebd. 1830
[39] Egyházmegyei Levéltár – Győr, Acta Parochialia, IX_doboz
[40] Vgl. ebd.
[41] EPA, DD, 1823, 7404
[42] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[43] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[44] Egyházmegyei Levéltár – Győr, Acta Parochialia, IX_doboz
[45] Vgl. ebd.
[46] Vgl. ebd.
[47] Vgl. ebd.
[48] Vgl. ebd.
[49] Schöbel, Judith: Bildschreibender Teil Oberrabnitz, In: Österreichische Kunsttopographie Bezirk Oberpullendorf, Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Band LVI, Verlag Berger – Horn 2005, S. 543.
[50] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[51] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[52] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[53] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[54] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[55] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[56] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[57] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[58] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[59] Mündliche Überlieferung
[60] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[61] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[62] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[63] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[64] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[65] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[66] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[67] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[68] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[69] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[70] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[71] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[72] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[73] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[74] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[75] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[76] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[77] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[78] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[79] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[80] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[81] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[82] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[83] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[84] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[85] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[86] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[87] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[88] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[89] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[90] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[91] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[92] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[93] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[94] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[95] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien
[96] PA Fraller, Oberrabnitz, Pfarrarchivalien

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